Sebastian - Sebastian - Sebastian by Bishop Anne

Sebastian - Sebastian - Sebastian by Bishop Anne

Author:Bishop, Anne
Language: deu
Format: epub
Publisher: PeP eBook


Sebastian wartete, bis sie beim Füllen der Gießkannen aus den Eimern, die sie aus dem Brunnen zogen, in einen gleichmäßigen Rhythmus gefallen waren.

»So«, sagte er, während er Jeb dabei zusah, wie dieser sorgfältig den Boden eines der Blumenbeete bewässerte. »Wie lange schläfst du schon mit Tante Nadia?«

Jeb zögerte einen Moment und ging dann zum nächsten Teil des Beetes über. »Ich weiß nicht recht, ob dich das irgendetwas angeht.«

»Was ist mit Lee? Geht es ihn etwas an?«

»Nein, ich glaube auch nicht. Nadia ist eine erwachsene Frau, die sehr wohl in der Lage ist, darüber selbst zu entscheiden, glaubst du nicht?«

»Also schleichst du einfach ein paar Mal die Woche hier herüber, um zu -«

Jeb ließ die Gießkanne fallen und richtete sich auf. »Du hast keinen Grund etwas zu sagen, das deine Tante beschämen könnte. Dazu hast du keinen Grund. Sie ist eine wundervolle Frau. Die beste, die ich je kennen gelernt habe.«

Sebastian sah den Zorn in Jebs Augen. Nicht die Wut eines Mannes, der bei etwas Unrechtmäßigem ertappt worden war, sondern der Zorn eines Mannes, der etwas - oder jemanden - verteidigte, der ihm etwas bedeutete. »Liebst du sie?«

»Das tue ich.« Mit einem leisen Fluch beugte Jeb sich hinunter und stellte die Gießkanne hin, die in diesem einen Blumenbeet zu viel Wasser vergossen hatte. »Ich bin zufrieden damit, wie die Dinge zwischen uns laufen. Ich hätte gerne mehr, aber bis Nadia bereit dazu ist, bin ich damit zufrieden, wie es ist.« Er nahm seine Kappe ab, schlug sie gegen seinen Oberschenkel und setzte sie sich dann wieder auf den Kopf. »Ich kann nicht sagen, was Lee weiß oder nicht, aber wenn es dich beruhigt, Glorianna ist sich … dessen bewusst … wie es zwischen Nadia und mir steht.«

»Und du bist noch hier«, murmelte Sebastian.

»Ich bin noch hier.«

Es war nicht so, dass er etwas dagegen hatte, wenn zwei Leute - zwei Menschen - miteinander schliefen, ohne verheiratet zu sein. Und es war nicht so, als ob er nicht wüsste, was Männer und Frauen miteinander taten - und warum. Aber er konnte seinen Verstand nicht dazu bringen, zu begreifen, dass Tante Nadia keuchend und stöhnend unter oder auf einem Mann lag.

»Was ist mit dir?«, fragte Jeb. »Schläfst du mit diesem Mädchen?«

Schon vorher leicht aus der Fassung gebracht, fühlte er sich jetzt, als hätte diese Frage seinem Verstand einen Tritt versetzt, der ihn auf dem Hosenboden landen ließ. »Wir haben zusammen geschlafen«, stammelte er. »Es gab nur ein Bett in dem Raum, also haben wir zusammen geschlafen. Aber wir haben nicht... wir haben nicht miteinander …« Er hob eine Hand, als wolle er etwas zeigen, ließ sie dann aber wieder an seine Seite fallen. »Tageslicht«, murmelte er. »Ich hätte nie gedacht, dass ich so ein Gespräch einmal führen würde.«

»Das überrascht mich auch«, gab Jeb zu. Er kratzte sich den Nacken. »Ich dachte, du wärst ein Inkubus.«

»Das dachte ich auch.«

»Ah.«

Nervös und peinlich berührt sah Sebastian sich im Garten um... und erinnerte sich endlich daran, warum er hergekommen war.

»Wohnst du weit entfernt von hier, Jeb?«

»Nur ein paar Minuten zu Fuß den Pfad hinunter«, antwortete Jeb und zeigte unbestimmt in eine Richtung.



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